Wortschatz
Glossar: Die Sprache von Emoty® & Shibari
Wir verwenden Begriffe aus der Psychologie, der Neurobiologie und der traditionellen japanischen Seilkunst – von Shibari und Kinbaku über Takate Kote bis Aftercare. Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Fachbegriffe verständlich. Einen ausführlichen Einstieg findest du im Guide „Shibari lernen“.
Aftercare
Die Phase nach der physischen Session. Sie dient der emotionalen Rückholung und körperlichen Versorgung (Wärme, Nähe, Ruhe), um das Erlebte sicher zu integrieren.
Akechi Ryu
Stil, der auf den japanischen Kinbakushi Akechi Denki zurückgeht. Gilt als ästhetisch und zugleich intensiv und hat viele Rigger geprägt.
Ampel-System
Ein klares Kommunikations-Tool (Grün, Gelb, Rot), das jederzeit die Sicherheit gewährleistet, ohne den emotionalen Fluss unnötig zu unterbrechen.
Bight
Die Schlaufe, die entsteht, wenn ein Seil in der Mitte doppelt gelegt wird. Mit ihr beginnen die meisten Shibari-Fesselungen.
Bubble
Der geschützte Resonanzraum, der zwischen den beiden Partnern während einer Session entsteht. In der Bubble gelten eigene Regeln der Zeit und Wahrnehmung.
Centering
Der Prozess des bewussten Ankommens im Hier und Jetzt vor Beginn einer Session, meist durch Atemübungen oder einen ruhigen Präsenz-Moment.
Double Column Tie
Fesselung, die zwei „Säulen“ verbindet, zum Beispiel beide Handgelenke. Sie darf sich unter Zug nicht zuziehen.
Emoty®
Unser Konzept für emotionales Fesseln: die Verbindung von traditionellem Shibari mit Erkenntnissen aus Anatomie, Psychologie und Emotionsforschung.
Floorwork
Fesselungen am Boden, ohne Aufhängung. Der natürliche Einstieg ins Shibari – mit viel Raum für Nähe und Bewegung.
Frictions
Reibungsverbindungen: Seile halten durch Umschlingen aneinander, ganz ohne Knoten. Sie machen Fesselungen stabil und schnell lösbar.
Futomomo
Beinfesselung, bei der das gebeugte Bein so gebunden wird, dass Ober- und Unterschenkel zusammenbleiben.
Hanfseil
Robustes Naturfaserseil mit hoher Belastbarkeit. Nach dem Einlaufen weich und für Einsteiger gut geeignet.
Hängefesselung (Suspension)
Fesselungen, bei denen der Körper ganz (Suspension) oder teilweise (Semi-Suspension) vom Boden gehoben wird. Erfordert fundierte Ausbildung und gehört in die späteren Kursstufen.
Hazukashi
Ein Begriff aus der japanischen Ästhetik für Scham oder das Gefühl, sich exponiert zu fühlen. In Emoty® nutzen wir dieses Gefühl achtsam als Tor zu tieferem Vertrauen.
Hishi
Das rautenförmige Muster, das durch über Brust und Rücken geführte Seile entsteht. Vor allem ästhetisch – die Atmung darf nie eingeschränkt werden.
Hojojutsu
Historische japanische Kunst, Gefangene mit Seilen zu fixieren. Viele Shibari-Techniken sind davon inspiriert, verfolgen aber das Ziel Vertrauen statt Zwang.
Ichinawa
Die „Ein-Seil-Fesselung" – dient oft als sanfte Eröffnung einer Session und symbolisiert die erste Verbindung zwischen den Partnern.
Japanische Seilkunst
Sammelbegriff für die japanisch geprägte Seilkunst (Shibari, Kinbaku) – in Abgrenzung zum westlichen Fesseln mit Handschellen oder Manschetten.
Juteseil
Leichtes, griffiges Naturfaserseil, das Knoten sehr gut hält. Klassisches Material im Kinbaku; braucht regelmäßige Pflege.
Kinbaku
Japanisch für „festes Binden“. Betont stärker als Shibari das Erleben und die Beziehung zwischen den Beteiligten. Im Deutschen oft gleichbedeutend mit Shibari verwendet.
Konsens
Das gegenseitige, klar kommunizierte Einvernehmen zwischen den Partnern – Grundvoraussetzung für jede Fesselung und jederzeit widerrufbar.
Lark’s Head
Ankerstich: Grundtechnik, mit der ein Seil an einem anderen befestigt oder die Richtung gewechselt wird.
Naka Style
Stil des japanischen Riggers Naka Akira. Verbindet technische Präzision mit Ausdruck und Bühnenerfahrung.
Negotiation (Verhandlung)
Das klärende Gespräch vor der Session: Wünsche, Grenzen und Signale werden offen abgestimmt, bevor das erste Seil den Körper berührt.
Osada Ryu
Stil, der auf Osada Eikichi zurückgeht und vor allem durch Osada Steve international bekannt wurde. Gilt als klar strukturiert und gut lehrbar.
Rigger & Bunny
Rigger: die fesselnde Person. Bunny: die empfangende Person – der Begriff steht für Hingabe, Vertrauen und die Bereitschaft, sich im Seil führen zu lassen.
Rope Burn
Hautreizung durch schnell über die Haut gezogenes Seil. Wird vermieden, indem Seile ruhig und langsam geführt werden.
Rope Jam
Offenes Treffen, bei dem Menschen gemeinsam mit Seilen üben und sich austauschen – im Deutschen oft „Fesseltreff“.
Ryu
Japanisch für „Strömung“ oder „Schule“. Bezeichnet einen Fesselstil, der meist nach seinem Begründer benannt ist.
Safeword
Vereinbartes Wort, das eine Session sofort beendet. Ergänzt das Ampel-System und wird durch ein nonverbales Signal abgesichert.
Seilkunst
Deutscher Sammelbegriff für jedes Fesseln mit Seil, im Englischen Rope Art.
Semenawa
Spielart, bei der die Fesselung bewusst intensive Empfindungen und Spannung erzeugt. Setzt viel Erfahrung, Vertrauen und klare Absprachen voraus.
Shibari
Japanisch für „binden“. Im Westen der gebräuchlichste Oberbegriff für die japanisch geprägte Seilkunst; betont oft Technik und Ästhetik.
Sicherheits-Grundregeln
Die wichtigsten physischen Risikofaktoren bei der Seilarbeit, denen in jedem Workshop besondere Aufmerksamkeit gilt: Nervenkompression, Durchblutung, Gelenkbelastung, Atmung und sensorische Überlastung.
Sicherheitsschere
Schere mit abgerundeter Spitze, mit der Seile im Notfall schnell geschnitten werden. Gehört bei jeder Session in Griffweite.
Single Column Tie
Die wichtigste Grundfesselung: Sie bindet eine „Säule“ wie Handgelenk oder Knöchel und zieht sich unter Zug nicht zu.
Switch
Person, die beide Rollen einnimmt – mal fesselnd, mal gefesselt.
Takate Kote (TK, Gote, Box Tie)
Klassische Oberkörperfesselung mit den Armen hinter dem Rücken. Grundlage vieler Fesselungen; wegen empfindlicher Nerven am Oberarm nur unter Anleitung lernen.
Yukimura Ryu
Stil, der auf Yukimura Haruki zurückgeht. Gilt als ruhig, fließend und kommunikativ – das Seil als Dialog.

